Die Mitarbeiter und Forscher des Labors für Klinische Genetik am Maastricht UMC+ erhalten eine Arbeitsumgebung auf einem völlig neuen Niveau. Eine Umgebung, in der hochwertige Labore, ruhige Arbeitsplätze und natürliche Materialien zusammenkommen. Gemeinsam mit den Nutzern haben wir die grundlegenden Ausgangspunkte früh definiert. In intensiven Workshops und 3D-Modellstudien entstand eine gemeinsame Vision für einen Ort, der Menschen, Prozesse und Disziplinen miteinander verbindet.
Die Klinische Genetik beschäftigt sich unter anderem mit der Erforschung genetischer oder stoffwechselbedingter Defekte, der Identifizierung von Erbkrankheiten und der Beratung von Patienten und ihren Angehörigen. Untergebracht wird die Abteilung in dem von uns entworfenen Eingangsgebäude des Maastricht UMC+. Es umfasst nicht nur den einladenden Empfangsbereich des Klinikums, sondern auch die benötigten Räumlichkeiten für das gesamte Krankenhauspersonal, einschließlich Besprechungszentrum, Restaurant und Dachgarten.
Der offene Luftraum verbindet die Büroflächen im vierten mit den Laboren im fünften Obergeschoss und schafft Raum für Begegnung und Wissensaustausch.
Die Abteilung Klinische Genetik umfasst einen Labor- und einen Bürobereich – auf zwei Etagen des Gebäudes. Dennoch wird sich die Abteilung für die Mitarbeitenden wie eine Einheit anfühlen, mit vielen Gelegenheiten für Begegnungen und den Austausch von Wissen und Ideen. Während bei der Laborplanung üblicherweise die Geräte den Ausgangspunkt bilden, stehen hier die Arbeitsprozesse im Zentrum. Das Ergebnis ist eine hervorragend organisierte Arbeitsumgebung, die strengste hygienische und technische Normen erfüllt – in einem nachhaltigen Gebäude mit Holztragwerk.
Das große Atrium verbindet den Bürobereich im vierten und die Labore im fünften Geschoss. Von diesem zentralen Ort mit Teeküchen und offener Treppe blickt man durch Glaswände direkt in das Innovationslabor. Auf diese Weise entstehen Begegnungen quasi von selbst. Im Bürobereich wechseln sich geschlossene und offene Arbeitsplätze ab. In der Mittelzone befinden sich Telefonkabinen, abgetrennte Arbeitsbereiche und Besprechungsräume für konzentriertes Arbeiten. Statt langer Flure mit Türen entstehen so akustisch angenehme Arbeitsräume mit reichlich Tageslicht.
Die Labore verfügen über eine klare Struktur, die auf einen effizienten Workflow abgestimmt ist.
Was sofort auffällt, wenn man im fünften Stock die Hightech-Labore betritt, ist die Ruhe, das Licht, die Einheitlichkeit und die Transparenz. Die langgestreckten Labore mit ihren durchgehenden Arbeitstischen auf beiden Seiten liegen senkrecht zur Fassade und folgen deren Raster. Nirgends stehen Geräte direkt vor der Glaswand. Von den Fluren aus blickt man durch die Labore nach draußen und sieht die Forschenden und Laboranten bei der Arbeit. Alle Prozesse sind sichtbar und nachvollziehbar. Eine klare Struktur unterstütz den Workflow: Proben bewegen sich wie ein Zug durch die verschiedenen Labore. Die Raumgestaltung macht die Zusammenarbeit effizienter – heute und in Zukunft.
Die Labore lassen sich innerhalb des Fassadenrasters leicht anpassen oder unterteilen, was Flexibilität für künftige Anforderungen sichert. Direkt gegenüber der Laboreingänge befinden sich die unterstützenden Räume mit angenehmen Sitzgelegenheiten, die zum Ausarbeiten und Diskutieren einladen. Bei Bedarf sind die Mitarbeitenden gut sichtbar und erreichbar und können die Arbeitsprozesse im Labor unterstützen.
Das Gebäude wird von einem nachhaltiges Holzskelett aus Cross-Laminated-Timber (CLT) getragen, das im Innenraum, wo immer möglich, sichtbar bleibt. Holz ist prinzipiell empfindlicher gegenüber Schwingungen als Beton. Ist es dennoch für Labore mit ihren strengen Toleranzgrenzen geeignet? Umfangreiche Berechnungen internationaler Experten haben gezeigt, dass sich sämtliche Anforderungen auch in Holz erfüllen lassen. Ein großer Schritt für den Holzbau – und für das Maastricht UMC+.